Gebäudetechnik, Winterthur
Wenn sich ein Gebäude der Sonne zuwendet, steckt viel Ingenieurskunst dahinter. Beim Neubau «Diamant» der KELLER Druckmesstechnik AG in Winterthur montiert Zürich Soft Robotics eine adaptive Solarfassade, die ihre Position dynamisch an Licht und Umgebung anpasst. Präzision in jeder Höhe ist dabei entscheidend – und genau hier kommen Gelenkteleskopbühnen von Maltech ins Spiel. Samuel Bernet, Leiter Produktion & Installation bei Zürich Soft Robotics, erzählt, warum dieses Projekt ein Meilenstein ist.
Die wichtigsten Zahlen und Fakten auf einen Blick
- Beim Projekt wurden rund 3’400 PV-Module montiert.
- Die adaptive Fassade erreicht ca. 110 kWp Gesamtleistung.
- Sie umfasst rund 1’300 m² aktive Fläche.
- Dafür wurden 40 adaptive Einheiten installiert, je bis zu 10 m breit und 7 m hoch.
- Am Projekt arbeiteten über ein Dutzend Fachbereiche mit.
Samuel Bernet – Leiter Produktion & Installation – Zürich Soft Robotics
Herr Bernet, was macht das Neubauprojekt «Diamant» für Sie zu einem Meilenstein?
«Diamant» ist unser erstes Grossprojekt und daher ein entscheidender Meilenstein. Es zeigt, dass unsere Technologie nicht nur im Labor oder in Pilotprojekten, sondern im grossen Massstab funktioniert. Wir beweisen hier, dass adaptive Gebäudehüllen ein neues Kapitel in der Architektur aufschlagen.
Ihr Solskin-System ist auf maximale Effizienz und Dynamik ausgerichtet. Was ist das Besondere an dieser Technologie?
Unser Solskin-System nutzt einen lautlosen pneumatischen Aktuator und eine präzise Softwaresteuerung, um jedes PV-Panel dynamisch an Sonne und Lichtverhältnisse anzupassen. Das System findet in Echtzeit die optimale Balance zwischen Energieproduktion, angenehmen Arbeitsklima im Innenraum und architektonischer Ausdrucksstärke.
Durch die Verwendung von Druckluft übertragen wir fast keine Kräfte auf die Fassade. Windlasten werden passiv gedämpft statt aktiv bekämpft. Das macht die Konstruktion robust, langlebig und überraschend leicht.
Bei der Montage der beweglichen Solarpanels musste jedes Detail sitzen. Was war die grösste Herausforderung?
Die grösste Herausforderung war die millimetergenaue Planung eines Systems, das sich später über die gesamte Fassade bewegt. Jede Komponente musste passen, jeder Montagepunkt sitzen. Das gelang nur durch eine enge Abstimmung aller Beteiligten – Ingenieure, Stahlbauer, Elektriker, Fassadenbauer. Dieses Projekt ist echte Teamarbeit in hoher Präzision.
Für den Einsatz kamen drei Gelenkteleskopbühnen von Maltech zum Einsatz. Warum gerade diese Geräte?
Die Gelenkteleskopbühnen geben uns maximale Flexibilität entlang der gesamten Fassade. Wir erreichen jeden Montagepunkt schnell und präzise, auch in engen Bereichen zwischen Gerüst, Stahlstruktur und Glasfassade. Geschwindigkeit und Reichweite sind hier entscheidend.
Wie haben Sie die Zusammenarbeit erlebt?
Wir haben verschiedene Anbieter verglichen. Am Ende überzeugte uns Maltech mit einem starken Gesamtpaket aus Preis, Flexibilität und einer Zusammenarbeit, die unkompliziert und sympathisch ablief. Gerade bei komplexen Baustellen ist das Gold wert.
Solche Projekte verlangen höchste Präzision auf engem Raum. Welche Anforderungen stellen Sie generell an Ihre Umsetzungspartner?
Wir brauchen Partner, die Präzision ernst nehmen, technisch versiert sind und offen kommunizieren. Geschwindigkeit ist wichtig, aber sie darf nie zulasten der Qualität gehen. Und wir arbeiten am liebsten mit Unternehmen, die Lösungen suchen – nicht Probleme. Diese Mentalität macht am Ende den Unterschied.
Was unterscheidet adaptive Solarfassaden wie Ihre grundlegend von herkömmlichen Lösungen? Und für welche Gebäudetypen eignen sie sich besonders?
Adaptive Solarfassaden kombinieren Verschattung, Tageslichtregulierung und Energieproduktion in einem einzigen System. Statt statischer Module, die nur Energie liefern, arbeitet unsere Fassade als intelligentes Organ des Gebäudes.
Ideal ist der Einsatz bei Büro- und öffentlichen Gebäuden, bei denen ein angenehmes Innenraumklima wichtig ist und gleichzeitig die Effizienz gesteigert werden soll. Hier entfaltet Solskin seinen vollen Nutzen.
Wie sehen Sie die Rolle Ihrer Technologie im Kontext der Energiewende?
Wir wollen zeigen, dass Solartechnologie kein Fremdkörper an der Fassade sein muss. Durch intelligente Integration kann sie Architektur, Energieeffizienz und Klimakomfort gleichzeitig verbessern. Wir geben Gebäuden Charakter, Resilienz und eine aktive Rolle in der Energiewende. Kurz gesagt: Wir machen Solartechnologie attraktiv, leistungsfähig und intelligent. Nur so wird sie breit akzeptiert.
Projektleiter
Yves Freimann, Kundenberater